Gicht behandeln
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Gicht: Wie kann ich sie erkennen und wirksam behandeln?

Gicht ist eine Entzündung der Gelenke, die seit dem Ende des 20. Jahrhunderts weit verbreitet ist. Tatsächlich ist Gicht jedoch eine der ältesten Krankheiten der Menschheit. Gichtanfälle werden oft zu Unrecht auf eine ungesunde Lebensführung und insbesondere einen reichlichen Alkoholkonsum zurückgeführt.

In Wahrheit sind die Ursachen dieser Krankheit viel komplexer. Häufig sind Menschen nämlich prädisponiert, an dieser entzündlichen Erkrankung zu erkranken.

 Die Gicht ist eine Krankheit, die sich schnell und wirksam behandeln lässt.

Sie glauben, Symptome der Gicht zu bemerken? Sie wollen mehr über diese Krankheit erfahren? Wir verraten Ihnen alles, was Sie über diese entzündliche Erkrankung wissen müssen, und beantworten alle Fragen, die Sie zur Gicht und ihren Behandlungsmöglichkeiten haben!

Gicht – eine sehr häufige Krankheit

Bei der Gicht handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung und genauer gesagt eine spezielle Form der Arthritis. Sie verursacht wiederkehrende Anfälle verbunden mit starken Schmerzen, die mehrere Tage andauern, dann mehrere Wochen verschwinden, um schließlich erneut aufzutreten.

Bei einem Gichtanfall können alle Gelenke betroffen sein, meistens aber äußert sich der Anfall in Form von Schmerzen im Grundgelenk der großen Zehe. Verursacht wird die Krankheit durch einen gestörten Purinstoffwechsel. Purine sind Bestandteile vieler Lebensmittel und werden zu Harnsäure abgebaut.

Zu viel Harnsäure im Körper führt dazu, dass sie sich ansammelt und Kristalle bildet, die sich in einzelnen Gelenken ablagern, was dann ein Gichtanfall auslösen kann.

Wer ist von Gicht betroffen?

In Deutschland leben mehr als 1 Million Menschen mit Gicht. Davon betroffen sind in erster Linie Männer. Über 80 % der Gichtpatienten sind männlich. Die Krankheit bricht bei ihnen zumeist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr aus. Aber auch Frauen können an Gicht erkranken. Am häufigsten ist dies mit Einsetzen der Wechseljahre der Fall.

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Ursachen von Gicht

Wie bereits erklärt, wird Gicht durch zu viel Harnsäure im Blut verursacht. In der Fachsprache spricht man von Hyperurikämie. Wie kommt es nun aber zu einer Hyperurikämie? Die zwei häufigsten Ursachen sind eine zu fettreiche Ernährung und schlecht arbeitende Nieren.

Gicht ist eine entzündliche Erkrankung, die auch durch Fettleibigkeit, Bluthochdruck, die Einnahme von harntreibenden Medikamenten oder Aspirin, einen zu hohen Alkoholkonsum, Blutkrankheiten oder Organtransplantationen begünstigt wird. Die Gicht kann außerdem auch erblich bedingt sein.

Symptome

Das erste Symptom ist der erste Gichtanfall. Dieser ist sehr schmerzhaft und betrifft vor allem die Gelenke im Fuss, insbesondere die große Zehe. Bei einem Anfall sind die Schmerzen so stark, dass sie den Patienten nachts wecken. Ein Gichtanfall kann aber auch am frühen Morgen auftreten. In manchen Fällen kann selbst die Berührung eines Bettlakens unerträglich sein.

Menschen, die an Gicht leiden, haben geschwollene und gerötete Gelenke, die sich warm anfühlen. Ein Gichtanfall kann ohne Therapie 3 bis 10 Tage dauern und mit Fieber einhergehen.

Medikamente zur Behandlung von Gicht

Die von der Gicht verursachten Schmerzen sind zwar überwältigend, die Krankheit ist aber relativ leicht behandelbar, wenn Sie schnell einen Arzt aufsuchen.

Bis heute gibt es kein Heilmittel gegen Gicht. Bestimmte Medikamente können aber die Schmerzen eines akuten Gichtanfalls lindern, den Anfall unterbrechen sowie Rückfällen und langfristigen Komplikationen vorbeugen.

Bei einem Gichtanfall kann Ihr Arzt Ihnen nicht-steroidale Entzündungshemmer zum Einnehmen wie Ibuprofen oder Naproxen verschreiben. Bei manchen wirken diese Medikamente schnell, bei anderen wiederum reichen sie nicht, um die Schmerzen zu lindern oder den Anfall zu unterbrechen.

In diesem Fall kann Ihr Arzt Ihnen folgende Medikamente verschreiben:

Dieses Medikament wird aufgrund seiner entzündungshemmenden und schmerzstillenden Eigenschaften häufig verordnet. Colchicin ist eines der am häufigsten zur Behandlung von Gicht verschriebenen Medikamente. Außerdem beugt es Gichtanfällen vor bzw. wird der Abstand zwischen den einzelnen Anfällen größer, wenn das Medikament über eine lange Zeit eingenommen wird.

Allopurinol mit dem gleichnamigen Wirkstoff ist ein Medikament, das die von Gicht verursachten langfristigen Gelenkschäden deutlich und wirksam reduziert.

Nur 24 Stunden nach der Einnahme dieses Medikaments ist ein deutlicher Rückgang des Harnsäurespiegels zu erkennen. Nach zweiwöchiger Einnahme ist der Harnsäurespiegel wieder normal. Dieses Medikament zur Behandlung von Gicht sollte erst nach einem Anfall eingenommen werden.

Adenuric ist ein Arzneimittel, das zur Vorbeugung von Gichtanfällen verschrieben wird. Eine tägliche Einnahme verhindert die Bildung von Harnsäurekristallen. Außerdem kann Aduneric die Symptome eines Gichtanfalls lindern.

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Diagnose der Gicht

Suchen Sie beim Auftreten des ersten Symptoms Ihren Arzt auf. Er wird zuerst eine Blutprobe anordnen, um die Gicht zu diagnostizieren und auszuschließen, dass es sich um eine andere Krankheit handelt. Mit der Blutprobe wird der Harnsäurewert im Blut gemessen.

Anhand einer Blutuntersuchung kann bestimmt werden, welche Menge Harnsäure Ihre Nieren ausscheiden. Eine Punktion zur Entnahme von Gelenkflüssigkeit (Synovia) kann durchgeführt werden, um nach Harnsäurekristallen zu suchen und so die Diagnose des Arztes zu bestätigen.

Wie kann man der Gicht vorbeugen?

Noch vor wenigen Jahren war die einzige Möglichkeit, diese entzündliche Erkrankung zu behandeln, auf seine Ernährung zu achten. Heute gibt es Medikamente, die den Harnsäurespiegel im Blut senken. Nur selten verordnen Ärzte ihren Patienten heutzutage eine strenge Diät.

Einige Anweisungen gilt es jedoch zu beachten bzw. den Konsum bestimmter Lebensmittel zwischen zwei Gichtanfällen oder bei chronischer Gicht zu reduzieren. Hier unsere Tipps zur Vorbeugung von Gicht:

  • Passen Sie Ihre Energiezufuhr an Ihre persönlichen Bedürfnisse an. Wollen Sie beispielsweise Gewicht verlieren, sollten Sie darauf achten, langsam aber kontinuierlich abzunehmen.
  • Achten Sie auf eine gute Verteilung Ihrer Protein-, Fett- und Kohlenhydratezufuhr.
  • Essen Sie ausreichend Obst und Gemüse.
  • Vermeiden Sie den Konsum von Alkohol und insbesondere von Bier.
  • Trinken Sie mindestens 2 Liter Wasser täglich.
  • Vermeiden Sie den Konsum von purinreichen Lebensmitteln wie Wild, Meeresfrüchte oder Fisch bei einem Gichtanfall.

Oft reicht es schon, diese Ratschläge zu befolgen, um einem Gichtanfall vorzubeugen.

Komplikationen

Die Medikamente zur Behandlung von Gicht sind heute sehr wirksam und Komplikationen deshalb äußerst selten. Diese können aber auftreten, wenn die Gicht nicht schnell genug behandelt wird. In diesem Fall kann die Gicht zu einer chronischen Arthritis in den Knien, Knöcheln, Ellbogen, Handgelenken oder anderen Gelenken führen.

Kristalle, die Tophi oder Tophus genannt werden, können sich unter der Haut ablagern. Sie treten an den Ohren, Fingern oder Ellbogen, aber auch an den Zehen und in der Umgebung der Achillessehne auf.

Wird die Gicht nicht behandelt, kann es auch vorkommen, dass sich die überschüssige Harnsäure in den Nieren ablagert, die dünnen Kanäle verstopft und Nierensteine oder ein Nierenversagen verursacht. Dies kommt aber nur selten vor.

Sowohl die Gicht als auch Gichtanfälle können behandelt werden. Darum ist es so wichtig, seinen Arzt schon beim Auftreten des erstens Symptoms aufzusuchen. Nur so können Komplikationen vermieden werden.

Häufig gestellte Fragen in Foren zu Gicht

Obwohl die Gicht eine weit verbreitete Krankheit ist, wissen diejenigen, die noch nie darunter gelitten haben, wenig darüber. Sie haben also bestimmt viele Fragen, auf die Sie noch keine Antwort gefunden haben.

Aus diesem Grund haben wir hier die Fragen aufgelistet, die in verschiedenen Foren zur Gicht und ihren Behandlungsmöglichkeiten am häufigsten gestellt wurden. Und natürlich beantworten wir diese auch für Sie! Wenn Sie noch weitere Fragen haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren oder mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen.

Verursacht Alkoholkonsum Gicht?

Ein hoher Alkoholkonsum kann tatsächlich einen Gichtanfall auslösen, da Alkohol (Ethanol) die Harnsäureproduktion steigert. Insbesondere der übermäßige Konsum von Bier sollte vermieden werden, da Bier die Harnsäureproduktion am stärksten ankurbelt.

Kann Gicht geheilt werden?

Bis heute gibt es kein Heilmittel gegen Gicht. Wenn Sie unter Gicht leiden, werden Ihnen Medikamente verschrieben, die die Schmerzen lindern und Anfällen vorbeugen bzw. den Abstand zwischen den Anfällen vergrößern.

Mein Vater leidet an Gicht. Werde ich auch davon betroffen sein?

Gicht ist keine klassische Erbkrankheit, es besteht jedoch tatsächlich das Risiko, dass Sie eines Tages an Gicht leiden. Sie können der Gicht aber vorbeugen, indem Sie die oben angeführten Ratschläge befolgen.

Wie lange dauert ein Gichtanfall?

Das ist unterschiedlich. Wenn Sie ein Medikament einnehmen, kann die Gicht innerhalb weniger Tage verschwinden. Wenn Sie keine Medikamente nehmen, können die Anfälle über eine Woche dauern.

Zusammenfassung

Die Gicht ist eine weit verbreitete und vor allem sehr schmerzhafte Krankheit. Zum Glück gibt es schnelle und wirksame Behandlungsmöglichkeiten. In nur 24 Stunden können die Symptome deutlich gelindert werden.

Außerdem gibt es auch Medikamente zur Vorbeugung von Gichtanfällen. Beim Auftreten erster Symptome sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen, damit er Ihnen ein Medikament zur Linderung der Schmerzen verschreibt.

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