Grippe behandeln
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Grippe schnell loswerden: Symptome & Behandlung

Haben Sie Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Fieber? Dann ist es gut möglich, dass Sie wie Millionen anderer Menschen jedes Jahr an Grippe erkrankt sind. Jedes Jahr wieder sucht uns die Grippe heim und legt uns für mehrere Tage flach.

Zum Glück ist sie meistens harmlos, in manchen Fällen aber kann sie schwere Komplikationen mit sich bringen. Eine Grippe sollte daher nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Sie glauben, an Grippe erkrankt zu sein? Jemand aus Ihrem Umfeld hat Grippe und Sie wissen nicht, wie Sie sich davor schützen können? Sie wollen wissen, wie Sie Symptome lindern können? Sie wollen wissen, wie Sie eine Grippe natürlich behandeln können? Sie wollen wissen, welche Symptome bei Grippe auftreten und wie Sie diesen vorbeugen können?

In diesem umfassenden Artikel verraten wir Ihnen alles, was Sie über die Grippe wissen müssen!

Grippe kurz erklärt

Die Grippe, in der Fachsprache auch Influenza genannt, ist ein Virus-Infekt. Sie wird also durch Viren ausgelöst, die die Atemwege angreifen und sich auf den gesamten Körper auswirken. Die Grippe ist hochansteckend und dauert zwischen 3 und 7 Tagen.

Schätzungen zufolge erkranken jedes Jahr 2 bis 10 Millionen Menschen an Grippe in Deutschland. Die Epidemie beginnt zumeist im Oktober und endet im März. Es gibt 3 Arten von Influenza-Viren, die wir Ihnen hier erklären:

Typ A

Das Influenza-Virus Typ A ist am gefährlichsten. Es erlangte traurige Bekanntheit, als 1918 die spanische Grippe 20 Millionen Menschen dahinraffte. Zu den bekanntesten Grippen vom Influenza-Virus Typ A zählt die Vogelgrippe. Zuletzt hat das Typ A Influenza-Virus 2009 eine Pandemie in Deutschland ausgelöst.

Ab wann spricht man von einer Grippeepidemie?

Jedes Jahr wieder berichten die Medien über die berühmt-berüchtigte Grippeepidemie. Ab wann kann nun von einer Epidemie gesprochen werden? Im Allgemeinen spricht man von einer Grippeepidemie oder auch Grippewelle, wenn Grippefälle örtlich und gehäuft auftreten. Gibt es einen Beweis für eine epidemische Ausbreitung des Virus und wird ein bestimmter Epidemie-Schwellenwert erreicht, wird der Beginn der Grippewelle ausgerufen.

In Deutschland erfolgt eine ganzjährige Überwachung und Berichterstattung des Verlaufs und der Stärke akuter Atemwegserkrankungen, darunter speziell die Influenza. Die Ärztinnen und Ärzte des Sentinelsystems erheben dazu Daten zur Influenza, welche die Überwachung der Influenzasituation ermöglichen. (Sentinels sind ein Werkzeug zur Erfassung epidemologisch relevanter Daten mit dem Ziel, epidemische Entwicklungen spezifischer Krankheitsfelder in einer Teil-Bevölkerung bzw. der Bevölkerung insgesamt zu ermitteln.)

Sie nehmen wöchentlich Proben für die virologische Surveillance. Anhand der virologischen Untersuchung wird die Positivenrate (Anteil der von den Ärztinnen und Ärzten des Sentinelsystems genommenen Rachenabstriche, bei denen Influenzaviren nachgewiesen wurden) ermittelt, die dazu dient, eine Grippewelle zeitlich zu definieren: Die Welle beginnt, wenn die Positivenrate in zwei aufeinanderfolgenden Wochen 10% überschreitet.

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Grippesymptome erkennen

Die Grippe setzt sehr oft heftig ein. Am Morgen können Sie noch ganz fit sein und nur wenige Stunden später schon nicht mehr. Folgende Symptome treten bei Grippe auf:

  • (hohes) Fieber (bis 40°)
  • Schüttelfrost
  • diffuse Schmerzen, insbesondere in den Muskeln
  • Unwohlsein oder Schwindel
  • Atemwegsbeschwerden wie Schnupfen (Rhinitis), Halsschmerzen (Pharyngitis) oder Husten (Bronchitis)
  • Appetitlosigkeit
  • starke Müdigkeit
  • Kopfschmerzen

Außerdem kann ein Phänomen eintreten, bei dem das Fieber vorübergehend am 4. Tag zurückgeht und dann zwischen dem 5. und 6. Tag wieder steigt, um danach wieder zu verschwinden. Obwohl es häufig auftritt, ist dieses Phänomen wenig bekannt.

Wie wird die Grippe behandelt?

Wenn Sie glauben, an Grippe erkrankt zu sein, sollten Sie zuallererst Ihren Arzt aufsuchen, da er beim Abhorchen feststellen kann, ob es sich wirklich um eine Grippe handelt oder aber um eine Bronchitis, Angina oder einfache Erkältung.

Behadlung mit Medikamenten

Eine Grippe kann relativ einfach behandelt werden. Wichtig ist, sich zu schonen, ausreichend zu trinken und Paracetamol, nicht steroidale Entzündungshemmer oder Aspirin einzunehmen.

Ihr Arzt kann Ihnen außerdem antivirale Medikamente verschreiben. Diese sind besonders wirksam zur Linderung der Grippesymptome, aber auch zur Vorbeugung, wenn jemand aus Ihrem Umfeld Grippe hat.

Zu den meistverschriebenen antiviralen Medikamenten zählt Tamiflu. Das Arzneimittel kann zur Vorbeugung der Grippe eingenommen werden, aber auch die verschiedenen Grippesymptome lindern. Es reicht, beim Auftreten der Symptome 1 Kapsel 5 Tage lang einzunehmen oder 1 Kapsel täglich 10 Tage lang, wenn Sie mit jemand in Kontakt waren, der Grippe hat.

Behandlung mit Hausmitteln

Wollen Sie eine Grippe lieber natürlich behandeln oder haben Sie zusätzlich zu herkömmlichen Medikamenten Unterstützung nötig, um schneller wieder auf die Beine zu kommen, gibt es wirksame Hausmittel zur Linderung der Symptome und Vorbeugung der Grippe.

  • Weidenrinde

Die Weidenrinde ist dafür bekannt, Kopfschmerzen zu lindern, da sie Stoffe enthält, die in ihrer chemischen Zusammensetzung dem in Aspirin enthaltenen Wirkstoff ähneln. Sie fungiert als Entzündungshemmer und kann das Fieber senken. Geben Sie 2 Gramm Weidenrinde in eine Tasse Wasser, kochen Sie es auf und lassen Sie es dann rund 15 Minuten ziehen.

  • Honig-Zimt-Tee

Zimt wirkt als natürliches Schmerzmittel und hat antibakterielle und desinfizierende Eigenschaften. Kombiniert mit Honig stärkt es Ihr geschwächtes Immunsystem. Zur Vorbeugung: Geben Sie 1 Teelöffel Zimt in eine Tasse mit kochendem Wasser, lassen Sie es 10 Minuten einziehen, filtern Sie es und fügen Sie 1 Teelöffel Honig hinzu.

  • Mädesüß

Mädesüß wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend, weswegen es auch das „pflanzliche Aspirin“ genannt wird. Mädesüß hilft gut gegen von Grippe verursachten Glieder- und Kopfschmerzen.

Geben Sie 1 Teelöffel getrockneter Blüten in eine Tasse mit heißem Wasser, lassen Sie es rund 10 Minuten ziehen und filtern Sie es anschließend. Sie können den so zubereiteten Mädesüßtee 3 bis 4 Mal täglich trinken.

  • Schwarzer Holunder

Schwarzer Holunder und insbesondere seine Beeren werden häufig zur Behandlung von Grippe verwendet. Studien haben belegt, dass schwarzer Holunder schon nach 2 Tagen seine Wirksamkeit zeigt, im Vergleich zu 6 Tagen bei Personen, die ein Placebo eingenommen haben.

Lassen Sie 3 bis 5 g getrockneter Blüten in 150 ml kochendem Wasser rund 15 Minuten ziehen.  Sie können bis zu 3 Tassen täglich davon trinken.

Wie kann man der Grippe vorbeugen?

Die Grippe breitet sich einfach und schnell aus, da sie sehr ansteckend ist. Grippeviren werden durch virenhaltige Tröpfchen verbreitet, die freigesetzt werden, wenn infizierte Personen husten oder niesen. Der Grippevirus kann auch durch Speichel übertragen werden.

Da sich die Viren auf dem Gesicht oder den Händen von Personen befinden können, die an der Grippe erkrankt sind, sollten Sie vermeiden, Gegenstände anzufassen, die eine kranke Person angefasst hat (Tisch, Türklinke, Glas usw.) und die mit dem Virus infizierte Person mit Küsschen zu begrüßen.

Mit einfachen Hygienemaßnahmen können Sie einer Grippe vorbeugen. Waschen Sie sich während einer Grippewelle regelmäßig und gründlich die Hände und vor allem, nachdem Sie Türklinken angefasst oder jemanden die Hand geschüttelt haben.

Schneiden Sie sich die Fingernägel, damit sie kurz und sauber sind. Die Viren nisten sich nämlich gerne unter den Fingernägeln ein. Waschen Sie sich die Hände mehrmals täglich und vor oder nach den Mahlzeiten.

Wenn Sie die Grippe haben, sollten Sie gewisse Vorsichtsmaßnahmen treffen, um Ihr Umfeld nicht anzustecken. Vermeiden Sie den Kontakt mit anderen Personen und insbesondere mit gefährdeten Personen (Schwangere, ältere Menschen, Säuglinge oder Kranke).

Bedecken Sie Nase und Mund beim Niesen und Husten. Verwenden Sie unbedingt Papiertaschentücher, werfen Sie diese nach einmaliger Nutzung weg und waschen Sie sich im Anschluss die Hände. Am besten wäre es, eine Mundschutzmaske zu tragen.

Komplikationen bei Grippe

In den meisten Fällen ist die Grippe harmlos. Bei manchen gefährdeten Personen kann es jedoch zu mehr oder weniger schweren Komplikationen kommen.

Zu den gefährdeten Personen zählen Schwangere und ältere Menschen, aber auch Kleinkinder und Säuglinge, Menschen mit Immunschwäche oder mit Herz- oder Atemwegserkrankungen.

Häufig auftretende Komplikationen sind Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung, Rippenfellentzündung oder Hirnhautentzündung. Außerdem sterben jedes Jahr leider zahlreiche Menschen an der Grippe. Nehmen Sie eine Grippe also nie auf die leichte Schulter und meiden Sie den Kontakt mit gefährdeten Personen.

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Was Sie über die Grippeimpfung wissen sollten

Jedes Jahr wieder wird über die Grippeimpfung diskutiert, weswegen ein paar Erklärungen nötig sind. Wie bereits erklärt, kann die Grippe für gefährdete Personen ernste Folgen haben.

Die Impfung soll diese Personen schützen. Die Grippeimpfung wird auch für Personen empfohlen, die im Gesundheitssystem oder mit Kindern arbeiten.

Im Gegensatz zum Masernvirus oder Mumpsvirus ist das Grippevirus nicht stabil. Es ändert sich jedes Jahr, weswegen man sich jedes Jahr aufs Neue impfen lassen muss. Der Impfstoff wird ein Jahr im Voraus entwickelt. Die dafür Zuständigen hoffen „ins Schwarze zu treffen“ und einen wirksamen Impfstoff für den folgenden Winter herzustellen.

Soll man sich also gegen Grippe impfen lassen oder nicht? Diese Frage mit einem einfachen ja oder nein zu beantworten ist unmöglich. Es bleibt letztlich eine persönliche Entscheidung. Sicher ist aber, dass Risikogruppen mit der Impfung schwere oder sogar tödliche Komplikationen vermeiden können.

Grippeimpfung 2018

Die Grippe-Saison 2018/2019 steht vor der Tür. Das Paul Ehrlich-Institut hat bereits die ersten Grippeimpfstoffdosen freigegeben.

Wie jedes Jahr wird die Grippeimpfung bestimmten Risikogruppen empfohlen: älteren Menschen (über 65 Jahre), Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herzschwäche oder Ateminsuffizienz usw. aber auch schwangeren Frauen und Menschen, die unter krankhafter Fettleibigkeit leiden.

Die Behörden empfehlen die Grippeimpfung allen Menschen über 18 Jahren, sie ist aber NICHT verpflichtend.

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Grippe bei Kindern

Die Grippe ist hochansteckend, weswegen sehr häufig Kinder daran erkranken, vor allem Kinder, die die Schule oder den Kindergarten besuchen. In den häufigsten Fällen ist sie harmlos. Trotzdem sollte man vorsichtig sein und sie bei Kindern nicht auf die leichte Schulter nehmen, um schwere Komplikationen zu vermeiden.

Hat Ihr Kind eine laufende Nase, Fieber, Kopfschmerzen, hustet oder niest es, fühlt es sich müde oder hat Gliederschmerzen, kann es sein, dass es an der Grippe erkrankt ist. Sie sollten es in diesem Fall so schnell wie möglich zum Arzt bringen. Hinter diesen Symptomen kann sich auch eine andere Krankheit verbergen. Nur ein Arzt kann Ihnen sagen, ob Ihr Kind die Grippe hat oder nicht.

Die Grippe lässt sich leicht behandeln, es helfen Ruhe, Paracetamol oder ein antivirales Medikament. Hat Ihr Kind Fieber, bedecken Sie es nur leicht oder lassen Sie ihm ein lauwarmes Bad ein. Achten Sie darauf, dass es ausreichend trinkt, um eine Dehydratation zu vermeiden.

Lernen Sie ihm, Mund oder Nase beim Husten oder Niesen zu bedecken. Achten Sie darauf, dass die Raumtemperatur 20°C nicht überschreitet, wenn Ihr Kind Fieber hat.

Zusammenfassung

Jedes Jahr wieder sucht uns die Grippe heim, weswegen es bei jeder Grippewelle wichtig ist, ihr mit einfachen Handgriffen und Gewohnheiten vorzubeugen.

Die Grippe kann Sie in nur wenigen Stunden flachlegen und dauert mehrere Tage. Sie ist sehr ermüdend, zum Glück aber oft harmlos. Wichtig ist, sie nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, da es sonst zu schweren Komplikationen kommen kann.

Wer zu einer Risikogruppe gehört (ältere Menschen, Schwangere, Säuglinge, Kranke usw.), kann sich mit der Grippeimpfung helfen, die Schutz vor der Grippe und vor allem vor möglichen Komplikationen bietet.

Mit antiviralen Medikamenten, Hausmitteln und Ruhe werden Sie die Grippe so schnell los wie sie gekommen ist. Wichtig ist, dass Sie die Grippe nicht auf die leichte Schulter nehmen und sie behandeln!

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