Harnwegsinfekt behandeln
3.7 (73.78%) 45 votes

Harnwegsinfekt oder Blasenentzündung behandeln: Ursachen, Symptome & Behandlungsmöglichkeiten

Harnwegsinfekte können sehr schmerzhaft sein und mehrmals pro Jahr auftreten. Vor allem Frauen sind betroffen, aber zum Glück lassen sich Harnwegsinfekte gut behandeln. Harnwegsinfekte treten sehr häufig auf und so gut wie jeden und jede hat es zumindest schon einmal erwischt.

Harnwegsinfekte, die oft Blasenentzündung genannt werden, sind der zweithäufigste Grund für einen Arztbesuch und die Verschreibung von Antibiotika. Harnwegsinfekte sind schmerzhaft, lästig und können Komplexe hervorrufen. Obwohl sie in der Regel ohne Folgen ausheilen, sollten sie schnell behandelt werden.

Wie wird eine Blasenentzündung behandelt? Was sind die Ursachen und Symptome eines Harnwegsinfekts? Wie wird er festgestellt? Lassen sich Harnwegsinfekte natürlich behandeln?

Wenn Sie unter einem Harnwegsinfekt leiden, stellen Sie sich diese Fragen bestimmt. Wir haben eine detaillierte Antwort auf all diese Fragen. So wissen Sie, was zu tun ist, falls es Sie erwischt.

Was ist ein Harnwegsinfekt?

Harnwegsinfekte kommen häufig vor und sind oft harmlos. Aber was genau ist eigentlich ein Harnwegsinfekt? Es handelt sich um eine Infektion der Nieren, Blase, Harnröhre oder Harnleiter.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer, aber warum? Ganz einfach, weil die Harnröhre der Frau kürzer ist als die des Mannes und Bakterien deswegen leichter in die Blase gelangen können. Mehreren Studien zufolge leiden 2 bis 3 % aller Frauen jedes Jahr an einer Blasenentzündung und 20 bis 40 % aller Frauen hatten zumindest schon einmal in ihrem Leben eine.

Die unterschiedlichen Arten von Harnwegsinfekten

Man unterscheidet 3 Arten von Harnwegsinfekten, die wir hier im Detail erklären:

  • Blasenentzündung (Zystitis)

Die Blasenentzündung ist zweifelsohne der häufigste Harnwegsinfekt und betrifft vor allem Frauen. In den meisten Fällen wird sie durch Darmbakterien und insbesondere durch das Darmbakterium Escherichia coli ausgelöst. Sie gelangen aus dem Anal- und Vaginalbereich über die Harnröhre in die Blase.

  • Infektiöse Harnröhrenentzündung (Urethritis)

Bei einer Harnröhrenentzündung handelt es sich um eine Entzündung der Schleimhaut der Harnröhre, die die Blase mit dem Harnröhrenausgang verbindet. In den meisten Fällen tritt diese STI bei Männern auf, aber auch Frauen können davon betroffen sein.

Eine Harnröhrenentzündung wird häufig durch Infektionserreger wie Chlamydien oder Gonokokken verursacht. Bei Männern tritt gleichzeitig zu einer Harnröhrenentzündung oft auch eine Prostataentzündung auf.

  • Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)

Eine Nierenbeckenentzündung stellt im Gegensatz zu den anderen zwei eine ernsthafte gesundheitliche Gefahr dar. Es handelt sich um eine Entzündung des Nierenbeckens, wo der Urin gesammelt wird, und der Nieren. Die Nierenbeckenentzündung ist eine durch Bakterien hervorgerufene Infektion.

Sie ist eine häufige Komplikation einer unbehandelten oder nicht völlig ausgeheilten Blasenentzündung und führt dazu, dass Bakterien aus der Blase in Richtung Nieren aufsteigen und sich dort verbreiten.

Die akute Nierenbeckenentzündung betrifft mehr Frauen als Männer und vor allem schwangere Frauen. Auch Kinder, die unter einer Fehlbildung der Harnleiter leiden, können betroffen sein.

Ursachen eines Harnwegsinfekts

Die Ursachen eines Harnwegsinfekts sind bei Männern und Frauen unterschiedlich.

  • Bei Frauen

Bei Frauen werden Harnwegsinfekte oft durch eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr hervorgerufen. Eine andere Ursache ist das Abwischen nach dem Stuhlgang von hinten nach vorne, da so die Bakterien in den Harnröhrenausgang gelangen können.

Nach dem Geschlechtsverkehr sollten Frauen unbedingt urinieren, um die Bakterien auszuspülen, die während dem Sex in die Harnröhre gelangen können.

Frauen, die unter Verstopfung leiden, sind ebenfalls anfällig für Harnwegsinfekte. Warum? Weil Stuhl, der längere Zeit im Enddarm bleibt, wie zum Beispiel bei Verstopfung, eine Infektion begünstigt.

In seltenen Fällen kann ein Harnwegsinfekt auch durch eine Fehlbildung des Harn- und Genitalapparats verursacht werden.

  • Bei Männern

Bei Männern ist die Ursache eines Harnwegsinfekts oft ungeklärt. Gewisse Risikofaktoren können jedoch angeführt werden. So kann die Ursache beispielsweise ungeschützter Geschlechtsverkehr sein.

Bei älteren Männern haben Harnwegsinfekte oft eine vergrößerte Prostata als Ursache. Diese drückt die Harnröhre zusammen, wodurch sich das Urin in der Blase aufstaut.

Schließlich können auch noch gewisse Urinabflusshindernisse Harnwegsinfekte verursachen, wie zum Beispiel Harnblasensteine, eine Harnröhrenverengung, eine Kompression der Harnwege oder eine Prostataerkrankung.

Symptome eines Harnwegsinfekts

Bei manchen Menschen, vor allem bei älteren Menschen, kann es vorkommen, dass ein Harnwegsinfekt ohne Symptome verläuft. Dies ist aber äußerst selten der Fall.

In der Regel kommt es bei Harnwegsinfekten zu Brennen beim Wasserlassen, was sehr schmerzhaft sein kann. Ein weiteres, sehr häufiges Symptom ist ein ständiger Harndrang.

Es kommt auch häufig vor, dass Personen, die unter einem Harnwegsinfekt leiden, oft auf die Toilette gehen, aber nur kleine Mengen Urin ausscheiden. Schmerzen im Unterbauch, Fieber, stark riechender Urin, Blut im Urin und trüber Urin sind ebenfalls Symptome, bei denen Sie einen Arzt aufsuchen sollten.

Wie wird ein Harnwegsinfekt diagnostiziert?

Wenn Sie an einem Harnwegsinfekt leiden, macht Ihnen ein Arztbesuch vielleicht Angst, da Sie nicht wissen, wie ein Harnwegsinfekt diagnostiziert wird. Darum erklären wir Ihnen, wie die Diagnose gestellt wird. Haben Sie zum ersten Mal einen Harnwegsinfekt, sollten Sie aber sofort einen Arzt aufsuchen.

Er wird Ihnen zunächst Fragen zu den Symptomen stellen und natürlich überprüfen, ob Sie Fieber haben. Außerdem wird er Ihnen einen Urinstreifen geben, der eine schnelle Diagnose liefert. Der Urinstreifen zeigt, ob sich mehrkernige Zellen und Nitrite im Harn befinden.

Eine mikroskopische Urinuntersuchung kann angeordnet werden. Diese bestätigt die Diagnose des Arztes, indem das Bakterium nachgewiesen wird, dessen Empfindlichkeit auf mehrere Antibiotika getestet wird.

Wird eine Sepsis verdächtigt, also ein Bakterium, das ins Blut gelangt, wird eine Blutprobe genommen. Treten die Harnwegsinfekte häufig und wiederholt auf, wird eine eingehende Röntgenuntersuchung angeordnet, um zu ermitteln, ob eine anatomische Fehlbildung Ursache der Harnwegsinfekte ist.

Im Fall einer akuten Nierenbeckenentzündung kann Ihr Arzt eine Röntgenuntersuchung anordnen, um herauszufinden, ob Steine die Ursache dafür sein könnten.

Wie wird ein Harnwegsinfekt behandelt?

Die Behandlung hängt von der Art des Infekts ab, an dem Sie erkrankt sind. Im Fall einer klassischen Blasenentzündung oder Harnröhrenentzündung wird Ihnen sehr wahrscheinlich entweder ein Harnwegsantiseptikum für etwa 10 Tage verschrieben, ein Antibiotikum aus der Gruppe der Chinolone oder der Penicilline für 3 Tage oder ein Medikament mit einmaliger Einnahme.

Leiden Sie an einer akuten Nierenbeckenentzündung ist es wahrscheinlich, dass Ihr Arzt ein Antibiotikum für 2 bis 3 Wochen verschreibt.

Bei einem Harnwegsinfekt sollten Sie außerdem viel trinken, um die Bakterien auszuscheiden und Ihre Blase zu „waschen“. Außerdem kann Ihnen ein Schmerzmittel wie Paracetamol gegen die Schmerzen verschrieben werden.

Bei hohem Fieber und einer Verschlechterung Ihres Allgemeinzustands kann ein Krankenhausaufenthalt notwendig sein, um Ihnen ein Antibiotikum einige Tage intravenös zu verabreichen.

Im Fall einer Nierenbeckenentzündung mit Harnabflussstörung (z.B. durch Steine) wird, oft notfallmäßig, eine Drainage durchgeführt.

Behandlung mit Medikamenten / Antibiotika

Acheter Ciprofloxacine

Es gibt mehrere Medikamente zur wirksamen Behandlung eines Harnwegsinfekts.

Das bekannteste ist zweifelsohne Ciprofloxacin. Dieses Breitbandantibiotikum hemmt das Wachstum der Enzyme, welche die Infektion verursachenden Bakterien zum Überleben brauchen.

Ist das verantwortliche Bakterium neutralisiert, kann Ihr Körper es angreifen und zerstören und so die Infektion vollständig heilen.

Harnwegsinfekte natürlich behandeln

Auch mit natürlichen Heil- und Hausmitteln können Sie leichte Harnwegsinfekte behandeln oder ihnen vorbeugen, wenn Sie häufig darunter leiden.

Die Cranberry zum Beispiel ist ein Strauch, dessen rote Beeren über einen antibakteriellen Effekt verfügen. Bei Blasenentzündung ist Cranberrysaft ein wirkungsvolles Getränk.

Bärentraubenblätter werden aufgrund ihrer antiseptischen Wirkung häufig bei Blasenentzündung eingesetzt.

Trinken Sie alle 4 Stunden Thymiantee, der antibakterielle und antivirale Eigenschaften hat. Sie können auch Grüntee oder Artischockentee trinken, die harntreibend wirken. Diese Getränke lindern das Brennen beim Wasserlassen.

Risiken eines unbehandelten Harnwegsinfekts

In den meisten Fällen ist ein Harnwegsinfekt gut behandelbar und heilt ohne Folgen aus. Aber wie alle Krankheiten kann auch bei einem Harnwegsinfekt eine Verschlimmerung eintreten, wenn er schlecht behandelt wird oder unbehandelt bleibt.

Die häufigste Komplikation ist die Ausbreitung der Infektion auf eine Niere, was eine Nierenbeckenentzündung verursachen kann, die sich durch Fieber und Rückenschmerzen in den Flanken äußert. Zur Behandlung müssen Antibiotika über einen längeren Zeitraum eingenommen werden als bei einer einfachen Infektion.

Eine weitere mögliche Komplikation ist eine Prostataentzündung (Prostatitis). Es handelt sich um eine Ausbreitung der Infektion auf die Prostata, die bei Männern auftreten kann. Eine Prostataentzündung ist hartnäckig und schwer zu behandeln, weswegen Antibiotika über mehrere Wochen eingenommen werden müssen.

Blasenentzündung und Schwangerschaft

In der Schwangerschaft haben Frauen ein erhöhtes Risiko, eine Blasenentzündung zu entwickeln. Aufgrund der hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft ändert sich die Zusammensetzung des Urins. Urin ist von Natur aus sauer, in der Schwangerschaft wird es jedoch alkalisch, was das Bakterienwachstum fördert.

Aufgrund der Hormone können außerdem die Harnwege erweitert sein, wodurch die Bakterien leichter in die Blase hochwandern können. Bei schwangeren Frauen ist zudem das Immunsystem geschwächt, weshalb sie anfälliger für Infektionen sind.

Wenn Sie schwanger sind und eine Blasenentzündung haben, besteht kein Grund zur Sorge. Wird sie rechtzeitig behandelt, besteht für Sie und Ihr Baby keine Gefahr. Suchen Sie Ihren Arzt jedoch so schnell wie möglich auf, da eine unbehandelte Blasenentzündung schwere gesundheitliche Folgen haben kann.

Wenn Sie glauben, eine Blasenentzündung zu haben, wird eine mikroskopische Urinuntersuchung verordnet, um den verantwortlichen Erreger zu identifizieren. In den meisten Fällen wird Ihr Arzt die Untersuchungsergebnisse nicht abwarten, sondern Ihnen sofort ein Antibiotikum verschreiben und die Behandlung gegebenenfalls anpassen, sobald die Ergebnisse vorliegen.

Tipps zur Vorbeugung einer Blasenentzündung

Wir haben ein paar Tipps und Tricks für Sie, wie Sie einer Blasenentzündung vorbeugen können. Manchmal kann es nämlich schon ausreichen, auf ein paar bestimmte Dinge zu achten. Hier unsere Tipps:

  • Trinken Sie viel, mindestens 1,5 Liter täglich.
  • Unterdrücken Sie Harndrang nicht zu lange, damit Bakterien keine Zeit haben sich zu vermehren.
  • Vermeiden Sie Verstopfungen, da diese häufig Harnwegsinfekte verursachen.
  • Für Frauen: Wischen Sie sich nach dem Urinieren oder Stuhlgang immer von vorne nach hinten ab.
  • Für Frauen: Urinieren Sie nach dem Geschlechtsverkehr.
  • Achten Sie auf eine einwandfreie Intimhygiene.
  • Benutzen Sie vorzugsweise ph-neutrale Produkte für die Intimpflege.
  • Beugen Sie Harnwegsinfekten mit natürlichen Heilmitteln vor.
  • Für Frauen: Vermeiden Sie es, zu enge Hosen und Unterwäsche aus Kunstfasern zu tragen, da diese das Schwitzen und so die Vermehrung der Keime begünstigen.

Wenn Sie diese Tipps befolgen, wird es ein Leichtes sein, Harnwegsinfekte zu vermeiden!

Zusammenfassung

Wenn Sie gerade an einem Harnwegsinfekt leiden oder glauben, Symptome zu erkennen, sollten Sie zuallererst Ihren Arzt aufsuchen. Sorgen sind völlig unangebracht. Denn Harnwegsinfekte heilen in den meisten Fällen innerhalb weniger Tage ab, wenn Sie mit der Behandlung nicht zu lange warten.

Wenn Sie oft unter Blasenentzündung leiden, beherzigen Sie unsere Tipps & Tricks. Sie können Ihnen helfen, weniger häufig eine Blasenentzündung zu entwickeln oder sie vielleicht sogar für immer loszuwerden. Manchmal reicht es schon, täglich ausreichend zu trinken, damit die Blasenentzündungen bald nur noch der Vergangenheit angehören!